Knochenersatz
Der Knochenersatz ist das einzig anwendbare Verfahren, wenn infolge eines früheren Zahnverlustes oder infolge anderer Krankheiten der Kieferknochen resorbiert wird. Ist der Knochendefekt relativ klein, lässt er sich mit künstlichem Knochen (industriell) ersetzen.
Bei größeren Defekten muss körpereigenes Material aus dem Kieferknochen transplantiert werden. Eigener, von gesunden Regionen gewonnener Knochen oder synthetisches Knochenersatzmaterial, kombiniert mit Membranen sind die besten empfohlenen Hilfsmittel für den Kieferknochenersatz. Sinuslift (Kieferhöhlen-Bodenerhebung) ist eine spezielle Form des Knochenersatzes.
Sofort nach der Implantation oder parodontologischen Operation beginnt ein Wettlauf hinsichtlich der Verheilung, bei dem Knochen und Schleimhaut miteinander konkurrieren.
Da der Knochen wesentlich langsamer aufgebaut wird, muss er vor der schnell wachsenden Schleimhaut durch eine Membran geschützt werden. Die eigenen Knochenzellen brauchen 9 Monate für die Integration (den Umbau) des Knochenersatzes. In dieser Zeit wird der neue, auch mit Implantat belastbare Knochen aufgebaut.
Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen (> 6 mm), welche durch die Hygienemaßnahmen und die geschlossene Behandlung nicht ausreichend zurückgegangen sind, kann es notwendig sein, in die offene Behandlungsphase überzugehen. Dabei werden die Bereiche chirurgisch eröffnet, damit die Maßnahmen der geschlossenen Behandlung unter Sicht widerholt werden können. In diesem Fall ist es zum Teil auch möglich, eröffnete und gesäuberte Knochentaschen mit Knochenersatzmaterialien (Guided Bone Regeneration, GBR) aufzufüllen oder mit Membranen abzudecken (Guided Tissue Regeneration, GTR).